Hotelurlaub mit KleinkindernDer erste Hotelurlaub mit unserer damals anderthalbjährigen Tochter war anders als erwartet. Im Grunde genommen stimmte alles: Schönes Kinderhotel in Südtirol, tolles Zimmer mit Blick auf die Dolomiten, Spielzimmer mit netter Betreuung und abends kindgerechtes Buffet. Nur, dass die Krümellady einfach noch zu klein war, um all die Angebote für Mini-Gäste zu nutzen. Im großen Speisesaal mit den vielen Menschen, dem Stimmengewirr und dem ständigen Gewusel tat unsere Süße alles, nur nicht essen. Und sie für nur eine Woche an die Betreuerinnen im Spielzimmer zu gewöhnen, machte auch keinen Sinn. So kam es, dass der Krümelmann und ich abwechselnd mit unserer Tochter im Kinderparadies tobten und abends mit ihr auf unserem Zimmer saßen, bis die Kleine tief und fest eingeschlummert war.

Die abendliche Menüfolge für Erwachsene? Nahmen wir dann irgendwann ab 21.00 Uhr zu uns … Mit schlechtem Gewissen und einem Ohr immer am Babyphone, versteht sich. Also das nächste Mal lieber eine Ferienwohnung? Unabhängig sein, keine Rücksicht auf Essenszeiten oder andere Gäste nehmen müssen? Nie wieder Hotelurlaub mit Kleinkindern? Nie wieder vergleichsweise viel Geld ausgeben für etwas, das man dann doch nicht voll genießen kann?

Doch! Denn im vergangenen Jahr lief es schon viel, viel besser. Den Sommerurlaub auf der Nordseeinsel Juist verbrachten wir in einem tollen, inhabergeführten Familienhotel, heißt: kinderfreundlich und kinderreich, aber ohne nervige Animation oder Fast-Food-Buffets, die tagelang aus Pommes und Chicken Nuggets bestehen. Das wichtigste aber war unsere Begleitung: Die drei Cousinen der Krümellady reisten mit und nahmen unsere Tochter nicht nur beim Essen sondern auch beim Spielen im Kinderzimmer unter ihre Fittiche. Herrlich!

Ermutigt von diesem Erlebnis wagten wir es in diesem Jahr wieder: Gleiche Nordseeinsel, gleiches Hotel, andere Besetzung. Denn neben unserer gerade Dreijährigen hatten wir natürlich auch unser acht Monate altes Baby im Gepäck. Und was soll ich sagen? Wir haben es genossen! Insbesondere die erste Urlaubswoche, in der die Krümellady noch am Ankunftsabend eine kleine Spielkameradin fand und fortan nur noch Hand in Hand mit ihrer Freundin gesehen ward, hat Spaß gemacht! Abgesehen davon, dass wir den robbenden Krümellord das ein oder andere Mal aus der Gefahrenzone, sprich: den Füßen der herumwuselnden Kellner und Hotelangestellten, retten mussten.

Ein paar Dinge solltet ihr dennoch berücksichtigen, wenn ihr in nächster Zeit das Geld für einen Hotelaufenthalt mit Kindern ausgeben könnt und möchtet. Erwartungsmanagement ist schließlich eine unserer wichtigsten Disziplinen als Eltern, oder etwa nicht? Hier kommt meine Pro- und Contra-Liste für den Hotelurlaub mit Kleinkindern:

Contra

  • Ihr seid ständig unter Beobachtung – auch bei Diskussionen mit eigensinnigen Dreijährigen, die ihr vielleicht nicht unter Anteilnahme des gesamten Frühstücksraumes führen wollt.
  • „Pssst, bitte leise, denkt an die anderen Gäste!“, wird einer eurer Top-Sätze sein. Und wenn das Baby die halbe Nacht mit Zahnschmerzen gejammert hat, seid ihr selbstverständlich nicht nur müde sondern habt auch ein latent schlechtes Gewissen gegenüber euren Zimmernachbarn.
  • Ihr (und auch die Kids!) müsst immer halbwegs aufgerüscht zu den Mahlzeiten erscheinen. Also nie im Schlafanzug frühstücken oder noch in Flipflops und mit den sandigen Shorts vom Strand das Abendessen genießen.
  • Ein Drei-Gänge-Menü kann seeeehr lang sein, wenn man währenddessen zwei Kleinkinder bei Laune halten muss. Den Nachtisch haben wir ehrlicherweise nur jeden zweiten Tag geschafft. Weil der Krümellord oftmals energisch nach seiner Bettruhe verlangte.

Pro 

  • Keine Einkäufe erledigen, keinen Müll rausbringen, keine Betten machen, keine Mahlzeiten planen, kein Badezimmer schrubben: Ihr gewinnt Abstand vom Alltag und ganz viel freie Zeit, um schöne Dinge mit der Familie zu unternehmen.
  • Die meisten Hotels haben ein Schwimmband im Haus. So lässt sich prima auch mal ein regnerischer Nachmittag überbrücken.
  • Ihr werdet kulinarisch verwöhnt: Das Essen ist so vielfältig und abwechslungsreich, wie man selbst es nie kochen würde.
  • In Familien- oder Kinderhotels sind Gleichgesinnte für eure Kleinen garantiert (siehe oben). Wenn dann noch ein Kinderspielzimmer vorhanden ist, können wir Eltern auch mal zehn Minuten in Ruhe einen nachmittäglichen Cappuccino genießen.
  • Eine solide Halbpension spart euch die lästige Diskussion um „Was gibt’s heute zu Essen?“
  • Abends einen leckeren Drink von der Hotelbar mit aufs Zimmer nehmen. In Schlafanzügen und Hotelschlappen mit dem Mann den Abend auf dem Balkon genießen. In die Ferne blicken, der Brandung lauschen. Unbezahlbar!

Und was denkt ihr über Hotelurlaub mit Kleinkindern: Ist das was? Oder mögt ihr lieber unter euch sein und die Freiheiten einer Ferienwohnung oder sogar des Campingvans genießen? Egal ob und wie ihr urlaubt: Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, an dem ihr euch zumindest fühlt wie im Hotel!

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