November Habt ihr diesen Novemberbeginn auch so genossen? Diesen sehr sonnigen Spätherbst. Der mit seinen rot-gelb-schattierten Blättern und den warmen Temperaturen wie ein typisch kanadischer Indian Summer daherkam. Der uns nicht nur ein Taufwochenende wie aus dem Bilderbuch bescherte. Sondern den Start in die kalte Jahreszeit erträglich machte. Erst wenn die Sonne hinter den Hügeln am Schlierseer Westufer verschwindet, kriecht die Kälte Kinderwägen, Hosenbeine und Spielplatzbänke hinauf. Es ist eben doch schon November. Aber was für einer! Welche leckere Obst-Tarte perfekt in die Jahreszeit passt. Und worauf ich mich in den kommenden vier Wochen freue.

Den Sankt-Martins-Umzug im Kindergarten. Der erste, den die Krümellady so richtig bewusst erlebt. Und der allererste überhaupt für den Krümellord. Meiner Tochter beim Laternen-Lieder singen zuhören. Und mich heimlich darüber freuen, wie sie manche Textzeilen neu interpretiert. Allesamt reif für eine Anekdote in Axel Hackes nächstem Handbuch des Verhörens à la „Der weiße Neger Wumbaba“. Zusehen, wie Laternen im Dunkeln leuchten und Kindergesichter ebenso. An früher denken.

Die Kürbiscremesuppe des Krümelmanns. Mit Orangensaft, Chilli, Ingwer und meist auch einer gehörigen Portion Knoblauch. Wärmt von innen, wenn’s draußen knackig-kalt ist.

Den Schlierseer Leonhardi-Ritt am kommenden Sonntag, 8. November, anschauen. Wenn schon ab 9.00 Uhr morgens geschmückte Pferde-Gespanne von der Ortsmitte zur Leonhardi-Kirche in Fischhausen ziehen. Und meine Tochter, aber sicherlich auch schon den Krümellord, zu ehrfürchtigem Staunen bringen.

NovemberBücher lesen. Allein auf dem Sofa. Wenn die Kinder kurz schlafen. Gerne gemocht, aber viel zu schnell fortgelegt, habe ich zum Beispiel das hochgelobte „Der Distelfink“ von Donna Tarte. Also auf ein Neues! Oder mit den Kindern an einem verregneten Nachmittag eine Bücherstunde einlegen. Zum Beispiel mit diesem (siehe links) süßen Bilderbuch, das wir beim jährlichen Büchermarkt der Schlierseer Bibliothek erstanden haben: „Ottos Mops hopst“ und andere wortwitzige Gedichte von Ernst Jandl, wunderschön illustriert mit Farbradierungen von Erhard Dietl. Ein aktueller Favorit der Krümellady.

Einen Kakao trinken. Mit Milch (nicht mit Wasser!) zubereitet. Und extra-dick Sahne on top.

Eine Stunde länger schlafen. Theoretisch. Denn in der Praxis hat der Krümellord seinen inneren Wecker noch nicht ganz umgestellt. Die ersten paar Morgende war seine Nacht gegen 5.00 Uhr zu Ende. Und unsere damit auch. Aber so langsam hat er die neue Zeit raus. Puuuhhhhh …

Mein Mädels-Wochenende in Berlin. Bei der liebsten Studienfreundin. Und ja, tatsächlich, ganz alleine. Also ohne Kinder. Ohne Mann, ich schwöre! Nur mit leichtem Gepäck. Durch die Boutiquen von Friedrichshain schlendern. Über die Wochenmärkte flanieren. Großstadt-Atmosphäre aufsaugen. Leute gucken. Kaffee trinken. Viel Kaffee trinken und reden. Über früher. Und über das Jetzt. Und darüber, wie es einmal sein soll. Am Samstag gepflegt versumpfen. Und am Sonntag Frühstück servieren lassen. Im Café um die Ecke. Aber keinesfalls vor 11.00 Uhr. Also dann, wenn der Krümellord üblicherweise schon ans Mittagessen denkt.

NovemberDie blaue Stunde zwischen 17.00 und 18.00 Uhr. Wenn die Dämmerung nach und nach alle Konturen verwischt. Und das Licht so unglaublich milde wird. Die untergehende Sonne den Himmel mit roten und gelben Strahlen überzieht. Und die Kälte des Sees langsam an Land kriecht. Zum Einbruch der Dunkelheit mit den Kindern vom Spielplatz zurücklaufen. Und mich mit der Krümellady gepflegt im Dunkeln gruseln.

Kleine Geschenke für den Adventskalender meiner Tochter zusammentragen. Hübsche Haarspangen mit Sternchen drauf. Und ganz viel Glitzer. Ein cooles Halstuch mit Fransen. Den Kinderbuch-Klassiker „Frederick“ von Leo Lionni: „Träumst Du, Frederick?“, fragten sie vorwurfsvoll. „Aber nein“, sagte er. „Ich sammle Wörter.“ Und einen neuen Labello-Stift. Weil sie Lippenpflege liebt. Aber es jedes Mal schafft, den Stift zu weit rauszudrehen. Mich schon jetzt darauf freuen, wie sie sich freut.

Den obligatorischen Familien-Fotokalender zusammenstellen. Und dabei das Jahr Revue passieren zu lassen. Die schönen Momente feiern und festhalten.

Mit meinem Sohn „richtiges“ Essen entdecken. Denn bislang war der Krümellord – ganz im Gegensatz zu seiner großen Schwester – eher zurückhaltend am Esstisch. Die Milchflasche und Milchbrei seine Favoriten auf dem Speiseplan. Aber so langsam traut er sich auch an Herzhaftes und Fleischiges. Und an Kuchen. Zum Beispiel an die gebackene Eier-Sahne-Creme dieser oberleckeren und doch kinderleichten Obst-Tarte. Natürliche keine vollwertige Ernährung für einen unter Einjährigen. Aber von den Tellern der Erwachsenen zu kosten, muss auch mal erlaubt sein, um Geschmacksnerven anzuregen. Das Rezept habe ich auf einer alten Kopie in meinem DIY-Kochbuch gefunden. Und so geht’s:

Kinderleichte Obst-Tarte

* 180 g Mehl
* 120 g Butter
* 1 Prise Salz
* 1 EL Zucker
* 3 EL eiskaltes Wasser
mit dem Küchenmixer zu einem Mürbeteig verkneten. Anschließend alles noch einmal mit den Händen zu einem glatten Teig durchmengen. Zirka eine halbe Stunden im Kühlschrank kalt stellen.

* 500 Obst
vorbereiten. Das heißt, waschen, ggf. schälen, entkernen, in Spalten schneiden. Äpfel und Birnen sind gut als Belag geeignet. Aber auch Pflaumen schmecken in dieser Kombination hervorragend. Nehmt einfach, was die Obstschale gerade hergibt (außer natürlich ganz weiches Obst, wie Bananen oder Kiwis).

Gekühlten Teig mit etwas Mehl zu einer Kugel formen und auf einer bemehlten Unterlage kreisförmig ausrollen. In eine mit Backpapier ausgelegte Springform – 24-26 cm Durchmesser – geben. Mit dem vorbereiteten Obst belegen.

Kuchenform auf die mittlere Stufe im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen stellen und die Tarte zirka 25 Minuten halb gar backen.

* 100 g Zucker
* 3 Eier
miteinander verquirlen.

* 125 ml Sahne
* Mark einer Vanilleschote
hinzugeben und nochmal kurz durchrühren.

Die Creme über die halbgebackene Tarte geben. Weitere 20 bis 30 Minuten backen, bis sie ganz fest und leicht braun geworden ist.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Naschen! Ich wünsche euch viele bunte Highlights für einen gar nicht grauen November.

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