auf Nervennahrung verzichtenIch gebe es zu: Ich bin eine schreckliche Nebenbei-Esserin. Ob beim Kochen, am Computer oder nach einem wilden Vormittag in der Krabbelgruppe des Krümellords: eine Handvoll Gummibärchen, ein Riegel Schokolade oder ein Dutzend M&Ms gehen immer. Besonders schlimm ist es, wenn ich morgens nur eine Kleinigkeit gefrühstückt habe. Spätestens beim Mittagessen-Kochen überfällt mich Heißhunger – ich brauche ne Zuckerbombe, sofort! Warum ich in den nächsten Wochen auf Nervennahrung verzichten will.

Ob es nun mein heißgeliebtes Spezi ist, die Tüte Haribo Colorado, weiße Schaumzuckermäuse oder sonstige Naschereien: Ich esse (und trinke) definitiv zu viel davon! Neben meinen Einkaufslisten-Standards – Milch, Joghurt, Gurken und Bananen – standen in letzter Zeit auch die Punkte „Kekse, Schoki, Gummibärchen, Chips“ ganz oben auf dem Zettel. Denn, na klar: „Die Große freut sich über Schokoladenkekse am Nachmittag.“ „Die Chips brauchen wir, wenn Nachbarn oder Freunde spontan auf nen Wein vorbeischauen.“ „Und ein paar Schaumzuckermäuse wird man sich ja nochmal gönnen dürfen!“ Das stimmt sicher alles. Nur: Was bei uns im Schrank steht, essen wir auch. Leider … Denn wenn der Weinabend ansteht, müssen die vermeintlichen Knabber-Vorräte trotzdem aufs Neue gefüllt werden. Und die süchtig machenden Schaumgummimäuse habe ich höchstpersönlich schon nach zwei Tagen „ausgerottet“.

Umgerechnet 100 Tafeln Schokolade verzehrt der Deutsche im Jahr.

Versteht mich nicht falsch: Ich habe kein Gewichtsproblem. Zumindest noch nicht 😉 Und ich falle mit diesen Ernährungsgewohnheiten auch keinesfalls aus dem Rahmen. Denn der Durchschnitts-Deutsche verputzt pro Jahr mehr als 32 Kilogramm Süßigkeiten, davon fast zehn Kilogramm Schokolade, umgerechnet 100 Tafeln. Nachdem der Krümelmann in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiert, geht uns immer wieder das Thema „Wie wollen wir leben?“ durch den Kopf. Nun lässt sich diese Frage sicherlich auf alle möglichen Arten beantworten. Aber ein Blogbeitrag böte definitiv nicht genug Platz, um alle Aspekte dieses vermutlich lebensbegleitenden Themas zu betrachten. Deshalb an dieser Stelle erst einmal der Blick auf die Gesundheit.

Vor drei Wochen habe ich geschrieben, dass ich wieder mit dem regelmäßigen Laufen anfangen möchte. Um meinen Körper zu spüren. – Hey Muskeln, schön, dass es euch noch gibt! – Und um mir Auszeiten vom Alltag zu nehmen, den Kopf frei zu kriegen. Aber was nützt es, seinem Körper sportlich etwas Gutes zu tun, wenn ich ernährungstechnisch voll daneben greife? Gerade als Mutter bekommt man schnell ein gutes Gespür dafür, wie wichtig Gesundheit ist. Und wie viel Demut und Dankbarkeit man fühlt, wenn alles im Lot ist bei den Liebsten.

Das erste Mal wirklich aufs Essen achten.

Als Jugendliche und auch zu Studienzeiten war es mir wurscht, wie ich meinen Körper ernährt habe. Er hat trotz Pizza-Orgien und durchfeierten Nächten brav das gemacht, was ich wollte. Das erste Mal bewusst darauf geachtet, was ich esse, habe ich in den Schwangerschaften mit Krümellady und Krümellord. Denn wie jede Mutter wollte ich, das meine heranwachsenden Kinder optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Ich habe darauf geachtet, viel Wasser zu trinken. Habe mehr Obst und Gemüse gegessen als sonst. Und natürlich zwangsweise meinen Konsum koffeinhaltiger (Süß-)Getränke eingeschränkt.

Also: Warum funktioniert das, was ich meinen Kindern zuliebe durchgezogen habe, nicht auch für mich selbst? Sollte ich nicht mir und meinem Wohlergehen nicht ebensoviel Beachtung schenken und auf Nervennahrung verzichten? Tja, eigentlich ist die Antwort ganz einfach … Wenn nur nicht der innere Schweinehund wäre! Denn etwas zu ändern macht immer mehr Mühe als weiterzumachen wie bisher – logisch! Hinzu kommt: Zucker ist enorm tief verwurzelt in unserem Leben. Ein Kind, das etwas gut gemacht hat, bekommt eine zuckrige Belohnung. Zum Geburtstag backen wir einen süßen Kuchen als Liebesbeweis. Zucker ist von Klein auf mit positiven Emotionen verknüpft. Eine Prägung, der wir uns auch als Erwachsene nicht so leicht entziehen können.

Lachs, Schinken, Brot: Zucker ist auch da, wo wir ihn nicht vermuten.

Zumal Zucker als Geschmacksverstärker in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Auch in solchen, in denen wir ihn niemals vermuten würden. Vom hohen Zuckergehalt in Ketchup, fertigen Müslimischungen oder Fruchtjoghurts haben die meisten von euch gehört. Aber wusstet ihr, dass auch Lebensmittel wie Lachs, Schinken oder Brot aus dem Supermarkt häufig Zucker enthalten? Aber, geschenkt! In meinem kleinen Experiment konzentriere ich mich fürs Erste auf Waren, die ganz offensichtlich zuckrig sind.

Tadahhh – meine Vorsätze für die nächsten paar Wochen: Ich möchte mehr Wasser trinken, dabei komplett auf Spezi, Cola und andere Süßgetränke verzichten. Heißhungerattacken bekämpfe ich mit „echtem“ Essen, sprich: Früchte statt Fruchtgummi, Nüsse statt Naschereien. Keine Gummibärchen, keine Chips, keine M&Ms, ja noch nicht mal die geliebten Schaumzuckermäuse wandern in meinen Einkaufswagen. Einzige Süßigkeiten-Ausnahme: dunkle Schokolade mit hohem Kakao-Anteil. Denn die stillt zumindest einen gewissen Süßigkeiten-Jieper ohne dabei allzu großes Suchtpotenzial zu entwickeln.

Kann also losgehen mit dem auf Nervennahrung verzichten, ihr Lieben! Dumm nur, dass ich zuletzt so viele Süßkramvorräte angelegt habe, dass ich die noch schnell vorab beseitigen muss. Echt anstrengend, ich sag’s euch! Aber: Der Zuckerverzicht danach lohnt sich umso mehr. Stay tuned und habt ein schönes langes Pfingstwochenende.

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