Ferien mit KindernJuhu, die Sommerferien haben begonnen – auch in meiner bayerischen Wahlheimat am Schliersee. Seit dieser Woche bleibt der Kindergarten der Krümellady geschlossen und ich freue mich auf einen ganzen Monat mit meinen zwei Krümelkids. Und natürlich darauf, mal nicht das tägliche rat race zum Kindergarten zurückzulegen, den Ermahnungs- und Anziehmarathon, den ich hier für euch beschrieben habe. Auszuschlafen statt um 8.30 Uhr gestiefelt und gespornt vor der KiGa-Tür zu stehen. Auszuschlafen? Ähm. *Räusper* Nicht ganz – denn, wenn es nach dem Krümellord geht, beginnt der Tag grundsätzlich um 6.00 Uhr morgens. Sind Ferien mit Kindern also gar keine echten Auszeiten? Ich betreibe schon mal Erwartungsmanagement und werfe einen Blick auf Urlaub in Vor-Kinder-Zeiten und Erholungssuche heute.

„Wasn das wieder fürn Thema?“, fragt ihr euch vielleicht. „Ist doch klar, dass Ferien mit Kindern eher nem Abenteuertrip auf unerforschten bolivianischen Trampelpfaden gleichen als einem Fünf-Sterne-All-Inclusive-Urlaub in der Ägäis.“ Recht habt ihr, und das ist auch gut so! Aber, dass die Frage „Wie wollen wir Ferien mit Kindern verbringen?“ Familien tatsächlich umtreibt, beweisen nicht nur die Beiträge von Lisa und Katharina von StadtLandMama sondern auch dieser Text von Claudia Weingärtner auf ihrer digitalen Heimat Zwillimuddi. Hier kommt mein Früher-Heute-Vergleich – von A wie „Ausschlafen“ bis S wie „Strand“ …

Ausschlafen.

Früher war es keine Frage, dass Ferien zum Liegenbleiben da sind. In den Tag reinleben. Sich nur an der inneren Uhr orientieren. Kein Wecker, der dich unsanft aus dem Schlaf reißt. Keine Verpflichtungen am frühen Morgen. Außer vielleicht der, noch irgendwie rechtzeitig zum Frühstück zu kommen.

Heute klingelt trotzdem der Wecker, mein ganz besonders süßer, quicklebendiger Wecker namens Krümellord. Wenn wir bis 7.00 Uhr im Bett liegen bleiben dürfen statt wie sonst um 6.00 Uhr geweckt zu werden – von kleinen Händen, die liebevoll in unsere Gesichter patschen – um so besser! Immerhin lässt sich die Mittagsschlaf-Zeit des Krümellords auch für eine gepflegte Erwachsenen-Siesta nutzen oder um endlich ein gutes Stück bei der Ferienlektüre voran zu kommen.

Regentage.

Früher waren Regentage kein Problem. Ich meine, wann sonst durfte man mal ungestraft gar kein Programm haben? Nichts unternehmen, keine toskanische cattedrale besichtigen sondern in diesem niedlichen kleinen Café in der Altstadt von Florenz bei espresso und dolce versacken. Oder gleich ganz im Bett bleiben und den Tag in den Federn verbummeln (vgl. „Ausschlafen“).

In unseren Ferien mit Kindern heute sind Regentage eine Katastrophe, denn: kein Auslauf für die Kids = erhöhtes Quatschmach-Potenzial = steigender Stresspegel bei den Eltern. Ja, so ein Schlechtwetter-Tag kann einem die gute Urlaubslaune schon mal verregnen – im wahrsten Sinne des Wortes. Hilfreich ist, sich schon vor der Anreise über alternative Beschäftigungsmöglichkeiten zu informieren: Gibt es ein Schwimmbad in der Nähe? Besitzt das Hotel ein Kinderspielzimmer oder das Ferienhaus/die -anlage Spielzeug zum Ausleihen? Gibt es ein Kino, das Kinder ab Schulalter für ein paar Stunden mit Popcorn und gutem Leinwand-Entertainment ablenkt? Und überhaupt: Sind wetterfeste Regenjacken für alle im Koffer? Denn gerade auf unserer bevorzugten Urlaubsinsel ist „Friesennerz an und raus!“ oft die beste Lösung.

Abenteuer.

Früher hieß Abstand vom Alltag auch: Abenteuer erleben. Eine anspruchsvolle Mountainbike-Tour unternehmen. Einen Tauchurlaub lang die Unterwasserwelt im Indischen Ozean unsicher machen. Oder die wunderschöne Finca des britisches Schriftstellers Robert Graves im mallorquinischen Künstlerdorf Deià besichtigen.

Heute erleben wir vor allem Abenteuer, die kindgerecht sind: Eine Wattwanderung machen. In die kalten Nordseefluten stürzen bis die kindliche Beteuerung – „Nein, Mama, mir ist nicht kalt.“ – von blauen Lippen und schlotternden Schultern als Schutzbehauptung entlarvt wird. Bei stürmischem Küstenwetter die Kite-Surfer bewundern. Aber: Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis wir gemeinsam „echte“ Abenteuer suchen können. Spätestens wenn der Krümelmann seine Lieblingssportarten – Gleitschirmfliegen, Nitrox-Tauchen … – mit unseren Kindern teilen will, bin vermutlich ich es, die keinen Bock mehr auf Abenteuer hat.

Essen.

Früher war Urlaub Genuss-Zeit. Was haben wir ausprobiert, getestet und geschlemmt: Die frischesten Sushi meines Lebens auf dem Tokioter Tsukiji-Fischmarkt. XXL-Rippchen nach amerikanischer Art in Texas. Frisch geschälte Mini-Ananas am Strand von Mauritius. Köstlich süßes Ensaïmada-Gebäck auf Mallorca.

Heute frage ich mich manchmal ob Schnitzel Wiener Art und Chicken McNuggets wirklich der kleinste gemeinsame Nenner des guten Kindergeschmacks sind? Glücklicherweise kommen in unserer Unterkunft auf Juist die Fischstäbchen nicht direkt vom Tiefkühler auf den Teller. Vielmehr frittiert der Küchenchef den Fisch nach Bedarf frisch. Und dieses Jahr möchte ich in unseren Ferien mit Kindern auch endlich mal unsere eigenen Nordseekrabben pulen. Unschlagbar lecker mit gekochtem Ei und Mayonnaise!

Strand.

Früher nahmen wir mit Vergnügen ein Stündchen Wanderung durch Mallorcas ruppiges Hinterland in Kauf, um zu diesem einen, abgeschiedenen Sandstrand vor Steilküsten-Kulisse zu gelangen. Oder wir fuhren Mauis kurvige Road to Hana entlang, um mit einem Spaziergang durch den spektakulären schwarzen Sand im Wai’anapanapa State Park belohnt zu werden.

Heute sind unsere Strandbesuche weniger spektakulär, dafür aber quasi vollkasko-sicher. Die wunderschönen, extra-breiten Strände (siehe Foto) auf unserer Lieblingsinsel sind DLRG-bewacht und fallen flach und sanft ins Wasser ab – ideal zum Plantschen für kleine Nichtschwimmer. Nur bei einsetzender Ebbe heißt es: Aufpassen! Denn ablandige Strömung kann gefährlich sein. Aber auch in diesem Punkt gilt: Alles hat seine Zeit. Ich bin sicher, irgendwann schauen wir mit unseren Kindern den Surfern auf Maui zu, die in mannshohen Wellen ihre Stunts vollführen.

Chillen.

Früher galt im Urlaub, was die Band Revolverheld besingt: „Mit Dir chilln‘ / Das ist was ich will / Heut‘ Abend ist nichts wichtig / Nur dass ich mit dir chill’“.

Tja, heute sind diese Zeiten erst einmal vorbei. Denn bevor der Krümelmann und ich abends bei einem gepflegten Getränk chillen können, gilt es, zwei strand-, see- und sonnensatte Kinder ins Bett zu bringen. Dafür gibt’s mittlerweile eine andere Art von chillen in unserem Leben: Stundenlang im Sand rumliegen? – Wir mussten beim Burgen bauen mit anpacken! Wieder mal dreißig Minuten am Teich abgehangen und die kleinen Motorboote bei ihren Manövern beobachtet? – Sorry, ich musste der Frau Kapitän assistieren!

Dieser vorerst letzte Punkt ist übrigens eine prima Überleitung zum – ja – Chillen, Abhängen, unentschuldigten Rumgammeln … Das steht nämlich ganz oben auf meiner Prioritätenliste für die nächsten Wochen. Ich werde die Zeit mit meiner Familie genießen – trotz oder gerade wegen der obigen Auflistung 😉 Bis September gibt’s eine kleine Sommerpause auf countrykruemel.de. Dann starte ich wieder mit ausgeruhtem Geist und hoffentlich ebensolchen Ideen durch. Genießt die Ferien, ihr Lieben, wir lesen uns bald wieder!

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