Sommerurlaub auf JuistHello again! Ich hoffe, ihr habt die freien Sommertage genossen oder seid noch mitten dabei – bei uns in Bayern fängt ja erst am Dienstag die Schule wieder an … Seit dem Wochenende sind wir zurück aus unserem Sommerurlaub auf Juist. Im Gepäck: ganz viele Sonnentage, aber auch ein paar kleinere Gewitterwolken. Und als extra Urlaubsmitbringsel für euch: eine Empfehlung für einen Inselvormittag auf Juist – mit Kaffee für die Großen und Booten für die Kleinen.

Zugegeben: Früher fand ich es entsetzlich langweilig, wenn Menschen jahrein jahraus am selben Ort Urlaub machten. Ich meine: Die Welt ist groß! Das Abenteuer nimmt nicht am immergleichen Strand auf dem immergleichen Klappstuhl, pardon Strandkorb, Platz! Trotzdem sind wir nun schon den dritten Sommer in Folge den langen Weg nach Juist gereist. Warum? Weil wir dort das Gefühl haben, die Welt drehe sich tatsächlich ein bisschen gemächlicher als anderswo. Was natürlich vor allem daran liegt, dass Juist eine autofreie Insel ist. Und für uns Festländer selbstverständliche Dinge in ganz anderer Geschwindigkeit passieren.

Kleiner Spielball im großen Flipperautomaten

Mal eben schnell mit Kindern und Krempel zum wenige Kilometer entfernten Flughafen kommen? Ein Ding der Unmöglichkeit, wenn dich die Pferdekutsche versetzt! (So leider auf unserer Rückreise passiert.) Heute online bestellt, schon morgen in deinem Briefkasten? Nix da! Auch der Amazon Prime Service wird per Pferdekutsche oder E-Bike ausgeliefert. Und ist überdies von den Gezeiten abhängig. Aus dem gleichen Grund ist auf den Juister Briefkästen keine genaue Uhrzeit für die Leerung angegeben. Sondern sowas wie: Post wird abgeholt, sobald die Flut auch das Versorgungsschiff in den Hafen spült. Der Mensch ist eben doch nur ein kleiner Spielball im ganz großen Flipperautomaten namens Natur: Wind, Wasser, Gezeiten, ihr wisst schon … Unsere eigene Begrenztheit wird uns im Sommerurlaub auf Juist jedes Jahr überdeutlich vor Augen geführt. Das macht demütig. Und entschleunigt.

Sommerurlaub auf Juist
Juist Look: Mit Hut gegen den Wind. Und Brille gegen Sand unter den Kontaktlinsen.

Meer und Wellen, Strand und Sand sind der zweite entscheidende Grund für unsere Juist-Liebe. Das Ankommen und Weggleiten des Wassers beobachten. Zusehen, wie die Flut mit jeder Welle ein bisschen mehr Land frisst. Und die Ebbe perfekte Priele und kilometerlanges Watt freilegt. Apropos kilometerlang: An den ewig breiten Sandstränden auf Juist hat man selbst in der Hochsaison nicht das Gefühl, gleich beim Nachbarn auf dem Handtuch zu hocken. Beim Sandburgen bauen, Löcher schaufeln, Muscheln sammeln, Füße einbuddeln und natürlich auch Wellen überspringen geht es vergleichsweise privat zu. Und wenn sich dann noch das Wetter von seiner besten Seite zeigt, wie in diesem Jahr, dann macht der Sommerurlaub auf Juist zum echten Wiederholungstäter.

Wolken im Sommerurlaub auf Juist

Ein paar kleinere Wölkchen durften natürlich trotzdem nicht fehlen an unserem strahlenden blauen Urlaubshimmel. Da wäre zum Beispiel ein geprellter kleiner Zeh, nachdem ich am Vorabend unserer Abreise barfuß am Wohnzimmersessel meiner Eltern hängen geblieben bin. Das ein so kleines Körperteil so fiese Schmerzen verursachen kann, hat mich überrascht. Jedenfalls war ich für den Rest des Urlaubs mit Vorliebe in FlipFlops oder Turnschuhen unterwegs – dem einzigen Schuhwerk, in das mein stark angeschwollener Zeh hineinpasste. Immerhin bin ich mit meinem kleinen Malheur offenbar in guter Gesellschaft

Am vierten Tag unseres Urlaubs fesselte mich dann ein fieser Magen-Darm-Virus ans Bett. Am nächsten Tag war der Krümelmann dran. Und ein paar andere Eltern und Kinder aus dem Hotel gleich mit. Schmerzhaft und tröstlich zugleich die Worte meines Schwagers, der sich an eine ähnliche Epidemie in einem österreichischen Kinderhotel erinnert fühlte, wo – Zitat: „das Personal im Speisesaal mehr damit beschäftigt war, den Boden zu wischen als Essen aufzutragen“. Ja, danke auch, Mahlzeit! Tatsächlich haben der Krümelmann und ich ein paar Tage gebraucht, bis uns die vielen Leckereien aus der Nordsee wieder richtig gut geschmeckt haben.

Zum Ende der Reise fing sich der Krümellord noch einen fiebrigen Infekt mit mehr als 40 Grad Temperatur ein. Die bereits oben erwähnte Pferdekutsche vergaß uns vorm Hotel, woraufhin wir unseren gebuchten Flug verpassten und schließlich mit der Fähre die Lieblingsinsel verließen. Nach drei Stunden Verspätung erlebten wir eine siebenstündige Autofahrt zu meiner Schwiegermutter, auf welcher der Krümellord gerade einmal 23 Minuten schlief und den Rest meckernd oder mit seinen Spielsachen um sich werfend verbrachte. Darauf einen norddeutschen Freesia-Gin* mit Tonic! Ich brauche dann erst mal Urlaub … (*Lokale Gin-Spezialität aus Leer, die mit ostfriesischem Tee verfeinert wird.)

Sommerurlaub auf Juist   Sommerurlaub auf Juist

Einmal Kaffee getrunken, dreimal gespielt

Aber halt, bevor ich’s vergesse, hier noch der versprochene Ausflugstipp für euren Sommerurlaub auf Juist: Einen tollen Vormittag haben wir auf der Terrasse der Loogster Stuv verbracht – einem sehr liebevoll eingerichteten Teehaus, das neben klassischen Kaffee- und Kuchengedecken auch Fischspezialitäten auf der Karte führt. Vom Hauptort Juist aus führt ein etwa dreißigminütiger Spaziergang (je nach Laufgeschwindigkeit) über die Billstraße bis nach Loog, dem zweiten Ortsteil von Juist. Drei Dinge sprechen für einen Ausflug in das dortige Café (neben der leckeren Bewirtung natürlich).

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Ersten: Es liegt direkt neben dem Bootsteich von Loog. Und während Mama und Papa einen Milchcafé in der Sonne genießen, lässt der Nachwuchs in Sichtweite die für Juist typischen kleinen Motorboote auf dem eingefassten Teich schwimmen. Oder stapft an heißen Tagen gleich selbst durchs kühle Nass.

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Zweitens: Direkt neben der Loogster Stuv liegt – ebenfalls in Sichtweite – das Loogster Huus, ein kleines Veranstaltungszentrum mit Kinderspielraum. Das Ferienvergnügen kann also problemlos indoor weitergehen, sollte der Nachwuch einmal genug vom Bootsteich haben.

Sommerurlaub auf Juist   Sommerurlaub auf Juist

Und Drittens: Der Spielplatz Loog – mit überdachtem Sandkasten für schlechtes Wetter – ist nur fünf Gehminuten entfernt. Vor dem Heimweg in den Hauptort können kleine und große Krümel hier noch überschüssige Energien freiturnen, -klettern und -schaukeln.

In diesem Sinne: Bleibt wild! Und bewahrt euch das Sommerferien-Gefühl im Alltag.

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