Kinderfreies WochenendeIch liebe meine Kinder. Sehr sogar. Ich bin gerne Mama. Genauso gerne bin ich auch ICH. Also ICH allein. Nicht die Sorgenvertreiberin, Löwenbändigerin, Chauffeurin, Köchin, Personal Assistent von zwei kleinen Krümelkindern. Nicht in der Herde im Familienabteil unterwegs sondern als Individualreisende auf dem Einzelplatz. Vom vergangenen Freitag bis Sonntag habe ich ein kinderfreies Wochenende bei der liebsten Studienfreundin in Berlin verbracht: Hier kommen zehn Dinge, welche die Mama-allein-unterwegs-Zeit so schön gemacht haben. 

(1) Einfach nur da sitzen und Kaffee trinken. Den Gedanken nachhängen. Kein Aufspringen und Hinterherrennen. Kein: „Setz dich bitte wieder hin.“ Kein: „Schschschsch, nicht so laut.“ Und auch kein: „Schade, jetzt ist er kalt, der Kaffee!“ Sitzen und sein. Cappuccino und Couchpotato. Das passt so unglaublich gut zusammen. 🙂

(2) Den Nachmittag im Museum verbringen. Und damit meine ich nicht im Bilderbuchmuseum oder dem (großartigen!) Kinderreich des Deutschen Museums in München. Gropius-Bau in Kreuzberg mit abgefahrener Video-Kunst und zeitgenössischer Doku-Fotografie. Darauf erst einmal einen Cappuccino (vgl. auch Punkt 1) im Museums-Café!

(3) Eine Autofahrt zum Flughafen ohne die Frage: „Mama, wann sind wir da?“ Ohne nach 10 Minuten die Bordverpflegung auspacken zu müssen. Und nach 20 Minuten das Schlachtfeld auf dem Rücksitz zu beklagen. Die Musik laut stellen, die Gedanken schweifen lassen.

(4) Eine über Stunden ungestörte Unterhaltung mit meiner Studienfreundin zu führen. Ohne: „Pssst, Mama spricht jetzt!“ Auf ein Gegenüber konzentrieren statt meine Antennen überall zu haben. Auf einmal bin ich wieder in der Normalversion genug, brauche kein Superhelden-ICH mit vier Armen, vier Ohren und 16 Paar Augen.

(5) Zeitung lesen auf dem Flug. Oder dieses Buch, in das ich seit den Sommerferien keinen Blick mehr werfen konnte. Die Wartezeit auf Reisen als ICH-Zeit nutzen statt als verlorene Zeit verstreichen zu lassen.

(6) Ausgeschlafen im echten Leben einkaufen statt kurz vorm Schlafen gehen den Online-Warenkorb zu füllen. Echtes Anprobieren statt digital fitting. Ausführlicher Modeschnack mit der besten Freundin statt Spiegeltest im Schlafzimmer. Hachhhhh – du schönes kinderfreies Wochenende!

(7) Einen richtig guten Cocktail trinken – zum Beispiel im Big Sur im Kreuzberger Graefekiez, wo man zum Drink auch einen hervorragenden House Burger und anderer Spezialitäten der kalifornischen Küche serviert bekommt. Praktischerweise ist das Big Sur eine Mischung aus Restaurant und Bar, so dass man nach dem Essen gleich sitzen bleiben und das Nachtleben an sich vorbei rauschen lassen kann.

(8) Ausschlafen. Gehört zu einem richtig guten Ausgehabend wir der Tonic in den Gin. Denn mal ehrlich: Wer kann einen langen Abend schon richtig genießen, wenn er weiß, dass er diesen lange bereuen wird? Weil die alptraumgeplagte Fünfjährige dich nach exakt 28 Minuten Schlaf aus komatösen Träumen holt. Oder der Zweijährige doch wieder ab 5.30 Uhr Duplo bauen will. Gut, dass der alte Mama-Motivations-Spruch: „Früh ins Bett gehen ist das neue Ausschlafen.“ hier mal nicht herhalten muss …

(9) Den daheim gebliebenen Krümelmann bewundern. Für seine Ideen, das laaaange Regenwochenende zu überbrücke. Etwa mit einer lustigen Kastanien-Männchen-Familie. Und einer großen Portion frisch zubereitetem Hühnerfrikassee.

(10) Mitbringsel einkaufen. Zum Beispiel den Zähne fletschenden „Saurier – grrrr“, den der Sohn schon so oft bei anderen Jungs angehimmelt hat. Oder das Rechenbrett für die stolze Vorschülerin auf dem noch nicht durchgentrifizierten Flohmarkt in Neukölln. Und sich schon beim Kauf auf die glücklichen Gesichter der Liebsten freuen.

Denn natürlich ist das Allerschönste – mein heimlicher elfter Bonuspunkt! – das Wiedersehen mit den Liebsten im Anschluss an ein kinderfreies Wochenende 😉 Ausgeschlafen, inspiriert, empfänglich für unser Gegenüber und dennoch in dem zufriedenstellenden Bewusstsein, dass es noch existiert, das eigene ICH, sind wir doch die besten Mamas. Oder wie es die Berliner Street Art so schön illustriert: Still chasin‘ rainbows …

2 comments on “Mama allein unterwegs: Zehn Dinge, die ein kinderfreies Wochenende schön machen.”

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